Howling Timber's LA GRANDE ODYSSÉE

Die La Grande Odyssée (kurz LGO) gilt als eines der anspruchvollsten Schlittenhunderennen weltweit. Einzigartig dabei sind vorallem der Gebirgscharakter der französischen Alpen und die zu leistenden Höhenmeter. Es ist ein Rennen in 11 Etappen à 20 bis 80 km und 1000 bis 3000 Höhenmetern an 4 Austragungsorten. Nach Plan gibt das total rund 600 km und über 17000 Höhenmeter. Eine oder zwei Übernachtungen sind im Biwak auf 2000 m.ü.M. Die Schnee und Wetterverhältnisse zwingen halt oft zu Planänderungen, auch zu Kürzungen. Aber die perfekte Organisation mit täglich über 100 Personen im Einsatz und einem Budget von rund 1 Mio hat noch immer etwas zu Stande gebracht. Jedenfalls wurde die LGO in 12 Jahren noch nie abgesagt.

An Trails finden sich gewöhnliche Langlaufloipen, Skipisten, Bergstrassen und Schneeschuhpfade durch wunderschöne Natur. Schwierigkeitsgrad für den Musher, den vollbepackten Schlitten zu steuern, variert zwischen einfach bis sehr anspruchsvoll im ständigen Wechsel.  Start und Ziel sind meist mitten in einem Dorf, das eigens dafür vom Verkehr abgesperrt und die benötigten Strassen mit Schnee bedeckt werden. Aber auch an die grosse Medien und Zuschauerpräsenz muss Mensch und Hund sich erst gewöhnen. Und ohne das geht's gar nicht: Zuverlässige, robuste, unerschrockene Leithunde, die nicht vor lauter Rummel, Müdigkeit und Nervosität die Nerven verlieren. Das gilt auch für die Musher.

Kurz: die Grande Odyssée ist ein riesen Spektakel und mittendrin als Hauptattraktion max. 25 Musher, die wie Helden gefeiert werden. Leider fahren die meisten Teilnehmer mit Alaskans und "Vollblutschlappohren", so dass der altertümliche Musher mit seinen langsamen Huskys vorallem zur Freude der Zuschauer und Medien teilnimmt und keine Aussicht auf die vorderen Ränge hat.

 

Als wir vor einigen Jahren zwei uns bekannte Musher an einem der Austragungsorte besuchen gingen, waren wir einerseits begeistert, andererseits war uns auch sofort klar, dass dies für uns ein paar Nummern zu gross ist.... war - damals. Denn oft kommt es anders als man denkt. Inzwischen haben wir 2013 und 2014 die Trophy gefahren und 2015 und 2016 die ganze Grande Odyssée. Und wirklich nur zur Freude, denn sooo schöne Trails kann man sonst nirgends fahren. Doch der Preis ist hoch - ich meine nicht die Franken oder Euro, das ist auch hoch. Ich meine vorallem die Vorbereitung und der Trainingsaufwand. Die beste Voraussetzung wären rund 2000 Trainingskilometer bis Ende Jahr, soviel schaffen wir nie, dazu reicht einfach die Zeit nicht, solange wir beide noch 180% berufstätig sein müssen. Aber es geht in diese Richtung. Dies vorallem auch ein Hinweis für die Handvoll Neider, die wir nebst den vielen Fans auch haben, die sich gar nicht überlegen, welcher Aufwand dahinter steckt und ob sie den überhaupt zu leisten willens und imstande wären. Einer davon hatte doch tatsächlich per Brief an Henry Kam, den Direktor der LGO, unsere Teilnahme 2016 verhindern wollen. Peinlich genug, dass Henry Kam sich nicht für solchen Blödsinn interessierte, noch peinlicher, dass diese Person die vorderen beiden Jahre unser Doghandler war. Natürlich hat diese Geschichte noch mehr Details, wer sie wissen will, kann uns fragen.

 

Ranglisten führen wir hier keine auf, weil das für uns nicht wichtig ist. Wer sich dafür interessiert oder überhaupt mehr über die LGO wissen will besuche doch einfach mal die Website der LGO. Persönliche Fragen werden wir auch persönlich beantworten.

 

Die Bilder unten sind alle von 2016. Auf unserem YouTube Kanal gibt es nebst den oben verlinkten Filmen noch weitere, u.a. von unserer Trophy 2013 und 2014.


Unser Video auf YouTube, 1. Teil

Unser Video auf YouTube, 2. Teil


Die Grande Odyssée 2016 ist vorbei. Sozusagen unser Jahreshöhepunkt. Und wir haben es geschafft. Durch Regen, Sturm, Schneefall, arktische Temperaturen, Sonne, Tag und Nacht. Unter dem Strich überwiegt ein tolles Abenteuer für den Musher Donato und seine Huskys, welches aber ohne die unermüdliche und treue Unterstützung der beiden Doghandler Vreni und Patrick nicht möglich gewesen wäre. Die Einheit im Team unter den Hunden und unter den Menschen ist die wichtigste Voraussetzung, damit das Resultat dieses Abenteuers Freude heisst.

Die Grande Odyssée 2017 ist auch vorbei. Diesmal ging viele schief. Die beruflichen Anforderungen im 2016 senkten den Energielevel, ein Trainingsunfall im Dezember mit zum Glück fast nur Materialschaden und weit und breit kaum Spuren von Winter. So begann die Odyssée. Schwierige Schneeverhältnisse veranlassten die Rennleitung zu absurden Trails, dazu kamen gesundheitliche Probleme von Musher und Handler und schliesslich, als dann der Schnee kam, stieg der Allrad des Busses aus. Es waren einfach zu viele Probleme aufs Mal. Walendil, der gescheiteste aller Leithunde, beendete eine Etappe (im Schneeregen) frühzeitig, weil seinem Anführer (der Musher) ihm nicht mehr genügend Sicherheit bieten konnte. Eine weitere Etappe liessen wir gänzlich aus, weil wir mit defektem 4x4 gar nicht erst an den Austragungsort fahren konnten.

So lief die erste Hälfte der Odyssée mehr schlecht als Recht. Die zweite Hälfte war dann ganz in Ordnung mit gutem Wetter und guten Trails. Ende gut - (nicht) alles gut. Zum nicht-gut kommt noch hinzu, dass die Grande Odyssée zu einem Zirkus angewachsen ist, der sich, um überhaupt stattfinden zu können, auf vertragliche Verpflichtungen mit den Sponsoren und Austragungsorten einlassen muss, die dann den meteorologischen Bedingungen zum Trotz kaum mehr Rücksicht nehmen auf die Hauptakteure: die Hunde.

Nun nehmen wir erst mal etwas Abstand ...